Erdbeben: verhakt, gespannt, gerissen
Über tausend Beben misst der Erdbebendienst jedes Jahr in der Schweiz — zu spüren sind etwa zehn. Hier steht, wie ein Beben entsteht, warum die Magnitudenskala täuscht und wo es bei uns knirscht.
Wie ein Beben entsteht
Die Platten schieben sich nicht glatt aneinander vorbei — an ihren Rändern verhaken sie sich. Das Gestein verbiegt sich über Jahrzehnte wie eine gespannte Feder, bis die Reibung verliert. Dann geschieht der ganze aufgesparte Versatz in Sekunden, und die gespeicherte Energie läuft als Welle davon: das ist das Erdbeben.
Unten baut sich Spannung auf — die Linien verbiegen sich an der Bruchlinie. Löse früh aus, oder warte: die Natur wartet auch nicht ewig.
Die Magnitude täuscht
Magnitude 6 klingt nach dem Anderthalbfachen von 4 — tatsächlich steckt darin rund tausendmal mehr Energie: jede Stufe bedeutet etwa das Dreissigfache. Probiere es im Versuch oben: viele kleine Beben zusammen ersetzen ein einziges grosses bei weitem nicht — die Anzeige rechnet es dir vor.
Warum gerade die Schweiz?
Afrika drückt weiter: die Adriatische Platte schiebt sich Millimeter um Millimeter gegen Europa, und die Alpen sind die Knautschzone. Am häufigsten bebt es im Wallis — das stärkste bekannte Beben nördlich der Alpen traf aber 1356 Basel, mit einer Magnitude um 6,5. Die Herde liegen meist fünf bis fünfzehn Kilometer tief: unterhalb der Schichten, die das 3D-Modell zeigt.
Wenn es bebt
Zahlen: Schweizerischer Erdbebendienst (SED). Artikel: Wikipedia (Erdbeben, Basler Erdbeben 1356, Momenten-Magnituden-Skala, Adriatische Platte). Der Versuch oben ist ein Schema des Verhakens und Reissens, keine Simulation eines echten Bebens.